STEP by STEP Teil 2

Polardistans 300 km 8 Hunde Klasse C, Startnummer 20 vom 07. 03.017 bis 09.03.2017
Hallo liebe Freunde
An allererster Stelle möchte ich mich bei denen bedanken, die mich unterstützt haben, die immer bei mir sind in Gedanken und einfach weil viele für mich da sind und ich eigentlich wenig dafür kann, außer euch ein wenig teilhaben zu lassen.
an erster Stelle Madeleine Petras, Richard Petras und Bernd , ohne Doghandler geht es nämlich gar nicht.

Das Team im Rennen bestand aus 8 Hunden: Natürlich war mein Wunsch, alle sicher ins Ziel zu bringen. 300 km, man kann hier die Betonung nicht hören oder lesen oder sich vorstellen dass Hunde wirklich 300 km laufen ohne irgendwelche Probleme zu bekommen. Wie schon erwähnt, hatte ich diesmal eine sehr gute Trainingsvorbereitung und fühlte mich und die Hunde fit genug um auf die Strecke zu gehen.
Der Start erfolgte am Mittwoch um 10:36 Uhr, die Hunde liefen die ersten 95 km ohne irgendwelche Beanstandungen. Wie im Training snackte und wässerte ich sie auf der Strecke. Auch mit der Zeitplanung für 10 km eine Stunde zu brauchen inklusive der Versorgung kam ich hundertprozentig hin. So erreichte ich den Checkpoint gegen 20 Uhr. Manchmal denke ich, dass ich bestimmte Situationen erlebe muß um zu üben, aber manches braucht man wirklich nicht. In meinem Schlitten befand sich Proviant für alle 3 Tage natürlich auch Teebeutel und Wasser für unterwegs. Für die Hunde durfte man die Depot Säcke mit dem Futter abgeben und am Checkpoint konnte man auch frisches Wasser bekommen. Ich hatte mit einem Trinkrucksack eigentlich gute Erfahrung gemacht, doch diesmal sollte die Entscheidung, einen Trinkrucksack zu nehmen, mich auf eine harte Probe stellen. Auf dem Weg zum Checkpoint merkte ich, dass mein Oberteil nass wurde. Die Verbindung vom Trinkrucksack zum Schlauch war undicht und so lief der Tee aus. Jeder der in der Kälte unterwegs war und dann auch 95 km, weiß was das bedeutet. Die Flüssigkeit fror ein, der Reißverschluss der Jacke ließ sich nicht mehr öffnen, aber viel dramatischer war in diesem Moment dass die Elektronik, die ich am Oberkörper trug, um sie vor Kälte zu schützen, nass wurde und somit unbrauchbar. Dazu gehörte mein Handy (SIM Karte ging nicht mehr) und mein GPS. Ich zog mich bereits auf der Strecke aus und wechselte die Sachen. Nachdem ich den Checkpoint erreicht hatte, freute ich mich das im Vet Check alle Hunde ohne Beanstandung abgenommen wurden und auf einen sogenannten Pre Check verzichtet wurde. Meine Planung sah eine Pause von sechs Stunden vor, aber es wurden knapp 8 weil ich so viel Zeit durch meinen Chaos verlor.

Es gab mehrere Probleme unter anderem weil mein Trinkgefäß ja nun defekt war, ich die steifgefrorenen Anziehsachen nicht optimal verstaut bekam, aber es fand sich eine kleine Lösung und ich fuhr gegen 4 Uhr los, ca eine Stunde später als meine Teamkollegen.

Bereits nach einer Stunde stieß sich auf ein sehr großes Problem, die Sicht wurde immer schlechter. Der Trail war verweht und man konnte auch nicht mehr bis zur nächsten Wegmarkierung sehen. Als ich mit den Kufen über einen großen Stein fuhr, wusste ich, ich habe den Trail verloren. Ich fuhr noch 5 m und hielt an und schlug ein kleines Lager auf.
Da war ich nun, 15 km hinter dem Checkpoint. Bei meinem Handy funktionierte nur noch der Notruf, die Uhrzeit und die Kamera, aber auch das war bald vorbei, weil der Akku fast leer war. Ich hatte mich in den Biwak-Sack gelegt, den ich aber nicht schließen konnte, denn sobald ich drin war, lagen vier Hunde mit mir in ihm. Enya hatte sich über meinem Kopf zusammengerollt, Niota lag vor meinem Bauch, Jacksparrow lümmelte auf meinen Füßen, Akela hatte ihre Schnauze unter meinen Arm gesteckt, nicht gerade bequem, aber warm. Immer wieder schaute ich aus dem Biwak-Sack um zu sehen, ob sich die Sicht verbessert hatte.
Als ich dort lag, gingen mir viele Gedanken durch den Kopf, Was ist, wenn dieses Wetter 3 Tage anhält? Wie lange ist es sinnvoll, da zu liegen, denn ich musste an diesem Tag um 24 Uhr im Checkpoint sein und hatte noch ca. 120 km vor mir. Was passiert, wenn mein Handy ausgeht und ich niemanden mehr erreichen kann? Ob sich die anderen Sorgen machen würden? Mir wurde in dem Moment bewusst, dass all meine Freunde, die meine Reise verfolgten, sich vielleicht Sorgen machten könnten, weil ich mich auf dem Tracking-System nicht mehr bewegte. Keiner konnte ja wissen, dass es einfach nur das Wetter war, was mich zu diesem Stillstand zwang. ( ich erfuhr danach, das mein Doghandler nachfragte und erfahren hatte das man nach 24 Stunden erst ein Hilfeteam schicken würde, da ich ja den Notfallknopf habe den ich drücken kann. Schlecht nur wenn das nicht funktioniert oder man schwer verletzt daliegt , dann hat man halt Pech gehabt) Ich errechnete mir einen Zeitplan, dass ich nach 11 Uhr nicht mehr im Zeitlimit sein würde, um aus dem Checkpoint weiterfahren zu dürfen. Also, war jetzt mein Ziel, so schnell wie möglich, sobald die Sicht besser wurde, einen Weg zu finden. Wie bereits erwähnt, war mein GPS am gestrigen Tag durch die Flüssigkeit kaputt gegangen und so blieb mir nur die Karte. Nach ca. 2-3 Stunden, es war zwischen 6 und 7 Uhr morgens, konnte man ca. 15 m weit sehen. Ich sah einen grauen Schatten oberhalb, und dachte es sei ein Gespann, was an mir vorbei fährt und lief in diese Richtung, immer wieder den Blick zurück auf den Schlitten und die Hunde, um diese nicht zu verlieren. Der graue Schatten stellte sich dann als Stein heraus, über den ich vor 2 Stunden gefahren war. Ich ging etwas weiter und konnte eine Wegmarkierung wahrnehmen, allerdings konnte ich das Scooter-Kreuz nicht erreichen, ohne die Sicht auf meine Hunde zu verlieren. So begann ich einfach einen Weg mit den Füßen festzustampfen, und diesen immer wieder zu laufen, um so zurück zu den Hunden zu finden. So hatte ich nach einiger Zeit zwischen dem Scooter-Kreuz und den Hunden einen Trail angelegt. Nun musste ich schleunigst aufbrechen, damit dieser Trail nicht gleich wieder verweht war. Ich stellte den Schlitten in die Fahrspur, spannte die Hunde ein und weiter ging’s!
Am Scooter-Kreuz angekommen, wusste ich nicht mehr, aus welcher Richtung ich vor ca 2,5 Stunden gekommen war. Die Hunde wählten nun instinktiv einen Weg, leider musste ich nach 4 km feststellen, dass ich falsch war. Dass es 4 km waren, berichtete mir später Andreas, der festgestellt hatte, dass ich mich in die falsche Richtung bewegt hatte. Ich selbst merkte es anhand des blauen Schildes, dass ich verkehrt war, weil ich es von der Rückseite gesehen habe. So wendete ich mein Team und setzte meinen Weg in die nun richtige Richtung fort. Die Sicht war mittlerweile so gut, dass man das nächste Kreuze erahnen konnte. Ich kam an die Schutzhütte, die mir von diversen Trainings-Einheiten bekannt war. Anhand des Kompasses, konnte ich erkennen in welche Richtung ich fahren musste, da ich die Hütte – mein Fixpunkt – nur schemenhaft erkennen konnte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich laut Andreas (was er mir nachher berichtete) bereits 40 km Abstand zu den letzten Teams aus meinem Startfeld , was ca. 4 Stunden Rückstand bedeutete. An dieser Schutzhütte ging es mir durch den Kopf, einfach wieder zurück nach Särna zu fahren, was 28 km bedeutet hätte. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt keine Uhrzeit mehr, weil mein Handy bereits ausgegangen war und ich jegliches Zeitgefühl verloren hatte. Ich fragte mich, ob es sinnvoll ist, weiter zu fahren und kam zu dem Ergebnis, dass ich es, auch wenn ich die Zeit nicht mehr aufholen könnte, als Trainingslauf sehen konnte. Da ich kein Zeitgefühl hatte, weil sich die Sonne nicht sichtbar war, snackte und wässerte ich die Hunde nach Gefühl und fuhr einfach vor mich her, immer wieder mit schweren Trailbedingungen, extrem tiefer Schnee, Verwehungen und sehr schwer zu folgen. Ich hatte irgendwann die Vorräte verbraucht und vom Gefühl her, war ich bestimmt schon 80 km gefahren und es würde ca. 17 Uhr sein. Aber leider passte der Stand der Sonne nicht dazu, die ich nun erkennen konnte. Ich merkte, dass ich mit meinem Gefühl nicht richtig lag. Ich hatte Glück eine Frau zu treffen, die auf einer Farm dort oben (Lövnäsvallen) lebte und das Rennen mit richtiger Hingabe verfolgte und alle Teams fotografierte, so auch mich. Ich hielt an und fragte sie nach der Uhrzeit. Sie sagte mir die Uhrzeit: 13:40 Uhr und ich war geschockt. Mir wurde bewusst, dass ich max. 50 km geschafft haben konnte, aber bereits alle Vorräte aufgebraucht hätte. Es waren noch mindestens 70 km vor uns und ich überlegte, wie ich das mit den Hunden schaffen sollte. Auch hier fragte ich mich, ob ich aufhören sollte. Doch da meine Hunde wohl genährt waren, musste ich nur dafür sorgen, ihnen Flüssigkeit zuzuführen, das bedeutete Schnee zu schmelzen. Es hätte auch kein Sinn gemacht aufzugeben, da ich so weit vom Checkpoint entfernt war, dass es schwierig war zurück zu kommen. Außerdem hatte ich noch die Notration, die ich noch nicht angerührt hatte und auch nicht anrühren wollte. 4 kg Futter für die Hunde. Also ging es weiter. Laut der Karte, die wir beim Musher-Meeting bekommen hatten, sollte der Trail über eine grüne Fläche gehen, Fjälls waren immer weiß eingezeichnet. Ich musste feststellen, dass ich entweder farbenblind bin oder derjenige, der die Karte gemacht hat im Sommer da gewesen war. Nach weiteren 10 km begann nämlich eine stetige Fahrt durch Tiefschnee und durch Fjälls mit etwas Baumbestand. Um die Entfernung etwas besser einschätzen zu können, hatte ich die Karte immer griffbereit und orientierte mich nun durch die ausgewiesenen Orte auf den Scooter-Trails und dem Kompass. Ich machte wieder eine größere Pause, um den Kocher nutzen zu können, um für die Hunde Wasser schmelzen zu können. Ich verbrauchte alle meine Vorräte, um die Hunde gut zu snacken. Ich selbst hatte die ganze Zeit den Schnee mit der Hand aufgenommen, und ihn zum trinken genutzt. Nach dieser längeren Pause begaben wir uns wieder auf den Weg und fuhren kontinuierlich weiter, die Hunde waren gut drauf. Dann hatte ich etwas Glück. Von hinten näherten sich zwei Scooter-Fahrer. Ich hielt mein Team an, ankerte und durch Handzeichen zeigte ich den Scooter-Fahrern, dass sie kurz anhalten sollten. Die zwei jungen Männer waren sehr hilfsbereit und wir kamen in ein nettes Gespräch und ich fragte nach der Uhrzeit, ich erfuhr, dass es bereits 18:00 Uhr war, gleichzeitig gleichten wir den Standpunkt ab. Sie erklärten mir, dass sie auf dem Weg zu Hütten waren, die 5 km vor uns lagen, und boten mir an, mich dorthin zu begleiten. Doch ich lehnte dankend ab und wir vereinbarten, uns dort zu treffen. Ich freute mich nun über einen 5 km langen, frisch gespurten Scooter-Trail. Ich wusste, dass ich nur noch ca. 50 km vor mir hatte und rechnete mir aus, dass ich es bis 24 Uhr schaffen könnte, im Checkpoint zu sein. Ab diesem Zeitpunkt lief es vom Trail her wieder super. Nach 5 km erreichte ich die Hütten und ich bedankte mich bei den zwei jungen Männern, die mir wieder einen freien Platz in der Hütte anboten. Das Gute war, dass es nach diesen Hütten nur noch bergab ging, so konnten wir uns alle erholen. Ich bremste den Schlitten ab und ließ die Hunde den Berg hinab laufen, immer in einem leichten Trab. Enya hatte bei der Wasseraufnahme Schwierigkeiten gemacht, ich merkte, dass sie müde wurde. Sie verfiel immer wieder in kurze Galopp-Sprünge obwohl das Tempo gemäßigt war. Ich beschloss für mich, sie aus dem Team zu nehmen, wenn wir im Checkpoint ankamen.
Wir erreichten den Checkpoint. Meine erste Frage war, „Wie spät ist es?“, „21. 53Uhr“, war die Antwort. Mein bester Doghandler der Welt, Bernd, hatte sich solche Sorgen gemacht, dass er bereits alles organisiert hatte, damit ich in Ruhe skretschen konnte und die Hunde sicher zurück nach Särna transportiert worden wären. Die Leute im Checkpoint waren alle überrascht, dass das Team in solch einer guten Verfassung war und wir gar keine Probleme hatten. Auch Enya hätte weiterlaufen dürfen. Doch ich ließ sie aus dem Rennen nehmen. Der Vet wies mich darauf hin, dass wenn ich sie rausnehmen würde, sie nach der 4 stündigen Pflichtpause , nicht wieder rein nehmen dürfte. Doch mein Entschluss stand fest. Alle anderen 7 waren einfach topfit, wir hatten ja auch genügend Pausen. Und auch Bernd, der mit mir eine halbe Stunde diskutiert hatte, dass ich es nie rechtzeitig nach Särna (Zeitlimit war hier Ankunft bis 12.00 Uhr mittags) schaffen würde, ließ sich aufgrund des Zustandes der Hunde überzeugen, dass es kein Problem ist. Ich nutzte die 4-stündige Pause um für die Hunde Wasser zu kochen, auf dem Depot-Sack das Futter vorzubereiten und zu snacken und für mich einen schönen Tee zu kochen. Entgegen dessen was ich gelernt hatte (das Massage zu Doping zählen würde) , empfahlen mir die Tierärzte, die Hunde zu massieren und zu bewegen. So nahm ich jeden Hund, ging mit ihnen kurze Runden und massierte ihn ohne Angst zu haben, dass ich damit gegen das Doping-Gesetz verstoßen würde. Ich war die letzte im Checkpoint und mir tat es leid, das wegen mir die Mannschaft so lange bleiben mußte. 4 zusätztliche Stunden für diese tolle Crew die nun wegen mir dableiben mußten
44 Stunden waren wir nun unterwegs, als ich auf das letzte Teilstück startete. Je länger wir unterwegs waren, umso besser liefen die Hunde. Trotz dass auf dem ersten Stück im Fjäll wieder starker Gegenwind herrschte, sodass ich die Stirnlampe mit einer Hand festhalten musste, ging es stetig voran. Man ist einfach nur glücklich. Doch gerade weil es so gut lief, wurde ich langsam müde. Ich begann immer wieder langsam einzunicken, und schreckte hoch wenn ich einen Ruck merkte. An dieser Stelle begann ich zu begreifen was es bedeutet, wenn man noch länger unterwegs ist, und begriff das man unbedingt auf die Schlafpausen von sich selbst zu achten hat. Hinzu kam, das Flüssigkeitsproblem für mich. Durch den Verlust meines Trinkbehälters, hatte ich nur die Fleischsuppe, die ich meinen Hunden vorbereitet hatte, in einem Thermos-Behälter von mir aufbewart. Ich hatte die Suppe probiert, stellte aber fest, dass sie für mich nicht genießbar war. Ich war nun auf Trails unterwegs, die ich durch die Trainingseinheiten sehr gut kannte. Das gab mir Sicherheit. Bereits auf dem Haupt-Scooter-Weg nach Särna, ca. 40 km nach dem Start aus dem Checkpoint, erschrak ich mich furchtbar. Rechts neben mir tauchte plötzlich ein dunkler Mann auf, der zu mir rüber guckte. Zuerst vermutete ich ein Muster in der Kapuze, die diese Gestalt projizierte, die so real war, dass ich nicht wusste wie ich damit umgehen sollte. Ich beschloss einen Stopp zu machen und die Hunde zu snacken, um auf andere Gedanken zu kommen. Bei diesem Stopp brachte ich meinen Kreislauf wieder in Schwung. Und jeder der mich in diesem Moment gesehen hätte, hätte sich vor Lachen gekrümmt, da ich wie ein Hampelmann im Schnee umher sprang. Ich war nun schon 50 Stunden auf den Beinen aber durch diesen Frühsport, gelang es mir mich wieder zu motivieren um den Weg fortzusetzen. Es wurde langsam hell, ich fuhr in einen wunderschönen Sonnenaufgang.
Die letzten 20 Kilometer quälte ich meine Hunde wieder mit meiner freundlichen Gesangsstimme und bewunderte sie, dass sie immer noch absolut fit waren. Das Gangbild aller Hunde war klar und sauber, keiner lahmte oder zeigte ein Zeichen von Schwäche, die gesamten 300 km liefen die Hunde ohne Booties. Die Pfoten waren die ganze Zeit über ohne jegliche Verletzungen. Die jüngste Grazy (28 Monate) hatte mich auf diesem Rennen am meisten beeindruckt. In den Trainingsläufen vorher, hatte ich es geübt, sie zu packen um sie zu schonen. Doch auf diesen insgesamt 308 km brauchte ich sie kein einziges Mal zu schonen. Sie lief immer wieder an und zeigte viel Freude bei der Arbeit. Fame, die zweitjüngste mit knapp 3 Jahren zeigte auch kontinuierlich Leistung. Ich hatte beide Junghunde im Wheel um sie immer vor Augen zu haben und Fame, die früher immer schief lief, lief nun immer gerade, so wie Grazy auch. Cayuga (6 Jahre) , die letztes Jahr bei 140 km ausgestiegen war und im Schlittensack durch die Ziellinie kam, lief einen 100% sauberen Lauf. Sie ist einfach eine fleißige Arbeiterin. Akela (7 Jahre) ist eine Hündin die einfach arbeitet, sie braucht viel Zuwendung aber auch sie kam ins Ziel und ich hätte sie gleich wieder einspannen können. Enya (4 Jahre) die als Swing-Dog den größten Teil den Rennens lief, hatte ich auch auf diesem Rennen im Lead, doch leider durch den Flüssigkeitsmangel, hatte ich beschlossen sie aus dem Team zu nehmen, Es zeigte sich, dass es richtig war, da sie, wie Bernd mir berichtete, nachdem er sie versorgt hatte, sie etwas steif wurde. Sie war bei Bernd in besten Händen und als ich sie morgens wieder sah, war sie bereits wieder wohlauf. Enya ist eine sehr, sehr gute Hündin für Mitteldistanz, ich sie aber für Langdistanz nicht mehr einsetzen werde. Niota (knappe 5 Jahre) meine dritte Main-Leaderin lief im Swing und im Lead während dem Rennen und zeigte immer nur den „desire-to-go“. Ich hoffe immer noch, dass wir mit ihr Nachwuchs bekommen. Jacksparrow (5 Jahre) fast 80% des Rennens lief er im Lead, leider zeigte er im Fjäll seinen eigenen Kopf und ich musste häufig mit ihm diskutieren wo der Trail ist, das brachte mich dazu, ihn in zweite Reihe zu setzen, weil er seinen extremen Rechtsdrall ausleben wollte. An dieser Stelle vermisste ich Burza, die mich auch in schwierigen Situationen immer sicher über den Trail gebracht hat. An letzter Stelle natürlich, Blitz, der älteste im Team mit 9 Jahren. 95% der Strecke ließ ich ihn im Lead. In zweiter Reihe zeigte er sich unglücklich. Er ist und bleibt einfach einer der besten Hunde die wir haben. Als wir im Fjäll festsaßen hatte er die Aufgabe des Beschützers übernommen und war nur mit Mühe und Not dazu zu bewegen sich hinzulegen. Er saß die meiste Zeit vor mir und ich merkte seinen fragenden Blick. Ich bin mir bewusst, dass er die nächsten großen Rennen nicht mehr mit rennen wird, weil er dann zu alt sein wird. Aber auf diesem Rennen war er einer der besten Hunde. Ich erreichte die Ziellinie gegen 9:30 Uhr, viel zu früh, für die, die erst nach 10:00 Uhr mit mir gerechnet hatten. Ich lag nun nur noch 1:18 Stunden hinter dem vorletzten Team zurück. Ich hatte die Ehre die rote Laterne auszupusten. Ich freue mich einfach die 300 km innerhalb des Zeitlimits mit einem tollen Team gefinisht zu haben!
So habe ich nun meinen zweiten Schritt geschafft um meinem Ziel näher zu kommen.
Warum step by step. Letztes Jahr fuhr ich das Polardistans 160 km und kam als 7. Ins Ziel. Wenn man Longdistanz starten möchte, kann man nicht einfach in großen Rennen melden, sondern man muss sich qualifizieren. Dazu muss man Rennen fahren mit mind. 1 Checkpoint und mind 150 km. Und für die ganz großen Rennen muss man natürlich kleine Longdistanz Rennen gefahren sein mit mind. 500 km Streckenlänge usw. Die genauen Eingangsvoraussetzungen kann man bei den Ausschreibungen der einzelnen Rennen finden. Eine sehr sinnvolle Regelung um Erfahrung zu sammeln. Natürlich kann man auch diese Rennen in einem Jahr durchfahren, aber dazu fehlt, mir zumindestens, der finanzielle Hintergrund, mal eben 8 Monate blau zu machen und bei den größeren Strecken sollte man auch mit einem großen Team (12 oder mehr Hunde) an den Start gehen. Das Gepäck im Schlitten ist nämlich immer das gleiche.
Noch einen Rückblick auf die Saison.
Das Team bestand aus: Miss Merlin (10 Jahre) den oben genannten 7 Hunden (Jacksparrow kam erst nach dem 10.02.2017 in das Team) und dazu noch Kim (7 Jahre) und Diskus (7 Jahre). Gestartet haben wir mit diesem Team in Ströhen (Oktober 2016) Platz 1 in der Gesamtwertung , Musher war hier Hugh Neff
Danach noch ein Rennen Calvörde vor der Haustür.
Bei der DM off snow am Grünthalring verzichtet ich mit meinem Team auf einen Start, weil die Strecke für mich nicht sicher befahrbar war. Andreas nahm da in sein Team 4 erfahrene Hunde aus meinem Team angefangen von Blitz und zwei Hunde aus seinem Team mit Erfahrung. Die anderen Hunde bewegte Andreas am Nachmittag mit dem motorisierten Quad gut gebremst über die Strecke. Er landete dort auf Platz 1 in der Klasse B1 RR, in der Gesamtwertung auf Platz 3.
Auf die off Snow EM in Lauf startete Andreas mit seinem Team in B1, leider geschah am ersten Tag ein Mißgeschick. So zeigte zwar das Team am zweiten Tag mit der besten Laufzeit was in ihm steckt, aber die Gesamtlaufzeit war verpatzt.
Anfang Dezember ging es dann mit allen Hunden in den Schnee hoch an den Polarkreis.
Leider hatte ich am 19.Januar einen Trainingsunfall mit einer Kopfverletzung und weiteren Prellungen (Schultern, Rippen, Steißbein) was mich etwas zurückwarf.
Das erste Rennen auf Schnee (Maria Alm) brach ich dann ab, weil ich merkte das es noch etwas zuviel war und ich mich noch schonen mußte. Da Andreas im Ausland weilte, wurde sein Team von einem anderem Musher auf diesem Rennen gefahren.
In Todtmoos ging mein Mann Andreas Wiatowski in der O-Klasse Sprint mit dem LongDistanz Team an den Start. Sein eigenes Team (Ahsoka, Caleb , Bo, Eldarion, Elay, Jacksparrow) lief wie gewohnt B1 Sprint.
Ein kleines Highlight war dann die EM in Inzell (leider wurde die Strecke der Mitteldistanz von 42km auf 30 und dann auf 20 km) gekürzt. Hier erreichten wir Platz 4 bei einem sehr guten Startfeld. Ich hatte von unlimitiert auf limitiert umgemeldet, da es mir noch etwas schwerfiel, der Unfall machte mir noch etwas zu schaffen.
Ergebnis Inzell Europameisterschaft Mitteldistanz limitiert
Im Team waren: Dana’s Stormy Niota vom Allerhof, Blitz vom Allerhof, Cayuga vom Allerhof, Enya vom Allerhof, Icebell’s Kim, Fame vom Allerhof und a Grazy Girl of Duncan’s Team. (Pool 7 Hunde)
Lim3-6Dog Laufzeit Tag 1 Tag 2
1. 229 Matteo Bartolini ITA 1:14:29,9 2:01:05,6 1:08:36,0 4:24:11,5 –
2. 220 Sandrine Muffat FRA 1:15:53,5 1:58:43,0 1:15:31,7 4:30:08,25 0:05:56:76
3. 225 Corinna Wendenburg GER 1:17:08,5 2:14:07,2 1:16:57,1 4:48:12,8 0:24:01:29
4. 222 Angela Wiatowski GER 1:21:54,7 2:18:00,6 1:19:03,8 4:58:59,2 0:34:47:70
5. 223 Maik Müller GER 1:25:05,8 2:25:21,5 1:25:15,0 5:15:42,3 0:51:30:75
6. 224 Klaus Böhm GER 1:20:19,3 2:29:15,4 1:32:03,5 5:21:38,2 0:57:26:68
7. 237 Valerie Maumon FRA 1:28:35,7 2:22:22,7 1:31:47,3 5:22:45,7 0:58:34:25
8. 226 Daniele Spiriti ITA 1:19:12,9 2:34:27,6 1:30:48,7 5:24:29,2 1:00:17:71
9. 221 Michael Landau GER 1:24:22,5 2:42:52,1 1:27:26,4 5:34:41,0 1:10:29:47
10. 230 Ralf Neudecker GER 1:28:52,2 2:42:58,4 1:32:55,9 5:44:46,5 1:20:35:05
11. 228 Matteo Fossati ITA 1:36:08,9 2:46:46,6 1:37:11,0 6:00:06,5 1:35:55:04
12. 213 Visconti Marco ITA 1:46:26,0 3:03:45,8 1:59:07,8 6:49:19,6 2:25:08:15
DNS 212 Jürgen Höckenrainer GER DNS DNS DNS DNS DNS
DNF 234 Mirjam Seidl – Meyerrose GER 1:20:09,9 DNF DNF DNF DNF
DNF 211 Rolf Ewald GER 1:47:29,9 3:01:41,7 DNF DNF DNF
DNS 227 Filippo Piccinini ITA 1:23:44,6 2:33:28,0 DNS DNS DNS

Auch unser Team aus B1 schnitt gut ab, leider hatte hier Andreas wieder Pech, oder wie er selbst sagte, einfach nicht aufgepasst. Ca 400 m vor dem Ziel liefen die Hunde in einen falschen Weg, der der kürzeste Weg zum Ziel war (sie sind ja nicht dumm) Da Andreas damit überhaupt nicht mehr gerechnet hatte, stürzte er und es dauerte über eine Minute das Team wieder auf den Trail zu bringen. Aber weder ihm noch den Hunden ist was passiert und das war die Hauptsache war. Platz 7 von 27 Startern
6Dog1
1. 17 Stepan Krkoska CZE 00:26:19,41 00:18:27,25 00:19:18,75 01:04:05,41 –
2. 18 Laurent Berge FRA 00:26:58,75 00:19:09,96 00:19:42,51 01:05:51,23 0:01:45:82
3. 25 Zden Kůrka CZE 00:27:38,66 00:19:20,83 00:20:15,57 01:07:15,07 0:03:09:66
4. 20 Andi Birkel GER 00:28:04,40 00:19:40,66 00:20:01,00 01:07:46,06 0:03:40:65
5. 27 Raphaël Verdy FRA 00:28:47,10 00:19:40,34 00:20:11,74 01:08:39,19 0:04:33:78
6. 22 Christof Diehl GER 00:29:06,91 00:19:55,70 00:20:22,69 01:09:25,30 0:05:19:89
7. 31 Andreas Wiatowski GER 00:29:47,57 00:20:04,35 00:21:20,19 01:11:12,11 0:07:06:70
8. 30 Fabrizio Filoni ITA 00:30:27,81 00:20:42,02 00:20:31,04 01:11:40,88 0:07:35:47
9. 21 Carel van de Mortel NED 00:29:38,39 00:21:10,06 00:21:49,63 01:12:38,09 0:08:32:68
10. 32 Elena Shepeleva RUS 00:30:19,44 00:22:32,31 00:22:34,97 01:15:26,73 0:11:21:32
11. 36 Virginie Verdy FRA 00:31:09,89 00:21:31,07 00:24:46,51 01:17:27,47 0:13:22:06
12. 39 Castelletta Luca ITA 00:31:36,74 00:22:16,26 00:23:40,00 01:17:33,01 0:13:27:59
13. 38 Walter Nistelrooy, van NED 00:32:48,50 00:22:36,73 00:22:11,46 01:17:36,69 0:13:31:28
14. 43 Matthew Clarke GBR 00:32:42,66 00:22:51,75 00:23:02,82 01:18:37,24 0:14:31:83
15. 33 André van den Brink NED 00:31:34,88 00:24:22,55 00:22:42,50 01:18:39,94 0:14:34:53
16. 29 Manuela Petutschnig-Gruber AUT 00:36:01,09 00:22:19,93 00:22:01,09 01:20:22,11 0:16:16:70
17. 35 Jesús Martinez Gonzalez ESP 00:33:37,87 00:23:30,47 00:23:30,89 01:20:39,24 0:16:33:83
18. 44 Evghenii Levodeanchii RUS 00:34:29,58 00:22:59,25 00:23:53,88 01:21:22,72 0:17:17:31
19. 34 John Carter GBR 00:37:47,92 00:21:50,38 00:21:45,91 01:21:24,22 0:17:18:81
20. 42 Daniel Roier AUT 00:33:31,09 00:24:23,92 00:24:03,66 01:21:58,68 0:17:53:27
21. 40 Oliver Mandl AUT 00:37:37,72 00:23:23,31 00:22:01,82 01:23:02,86 0:18:57:45
22. 46 Michał Markiel POL 00:34:50,61 00:24:44,83 00:23:42,49 01:23:17,94 0:19:12:53
23. 45 Michael McRae GBR 00:43:19,99 00:26:12,83 00:26:29,40 01:36:02,23 0:31:56:82
DNF 28 Mikolaj Wlodarczyk POL DNF DNF DNF DNF DNF
DNS 26 Susanna Bürkland FIN 00:32:02,95 DNS DNS DNS DNS
DNS 24 Lazaro Martínez AND DNS DNS DNS DNS DNS
DNS 159 Iris Mauderer GER 00:35:11,38 00:24:21,80 DNS DNS DNS
Andreas blieb in Deutschland und startet noch in Frauenwald und Hammerbrücke und natürlich in Calvörde (Wagen) zum Abschluß da es nur 10 km von uns entfernt liegt. Kunrau (SSCN) wäre er gerne gefahren (auch nur 15 km von uns) , aber leider war die Meldeliste schon voll. So waren in Kunrau nur 3 Starter in B1 zu finden. Die Wagenrennen werden ja in Zukunft immer mehr frequentiert von den Einzelhundbesitzern, darauf muß man sich nun einstellen. Für Traininsgzwecke sind dies Rennen sinnvoll, aber wir haben Glück wir können auch zuhause gut trainieren.
Für mich ging es nach der EM gleich wieder nach Schweden wo ich noch 5 Wochen Zeit hatte, um mein Team gut vorzubereiten. Aus dem Team ging Kim raus, der auf MD limitiert ist und Jacksparrow ging wieder ins Team von mir rein. Er ist auf LD und Sprint trainiert und lief bis dahin im Team von Andreas Wiatowski. (Sprint B1 (6 Hunde)).
Step by step Teil 3
Die 300 km haben wir nun gefinished, das ist nun 3 Jahre gültig um sich für die nächsten Rennen anzumelden. Ich freue mich schon. Dann sind in meinem Team sicherlich schon Gambel und Gurmel und dieses Jahr wollen wir ja noch etwas mehr Nachwuchs haben.
Das http://www.thefemundrace.com/ und das http://www.finnmarkslopet.no/front.jsp?lang=en warten